Darf ich im Minijob arbeiten, wenn ich im Hauptjob krankgeschrieben bin?

Die kurze Antwort: Ja, du darfst im Minijob arbeiten, wenn du im Hauptjob krankgeschrieben bist – aber nur, wenn die Arbeit im Minijob deine Genesung nicht verzögert und du für genau diese Tätigkeit fit bist. Eine Krankschreibung gilt immer für eine bestimmte Tätigkeit: Wer mit einem verletzten Knie nicht auf der Baustelle stehen kann, kann trotzdem am Schreibtisch Daten erfassen. Schränkt dich dieselbe Erkrankung aber auch im Minijob ein, riskierst du mit der Arbeit dort eine Abmahnung oder sogar die Kündigung im Hauptjob.

Warum die Krankschreibung nicht automatisch für jeden Job gilt

Arbeitsunfähig bist du, wenn du die Arbeit, die du deinem Arbeitgeber schuldest, wegen einer Krankheit nicht ausüben kannst. Die Ärztin oder der Arzt beurteilt das immer mit Blick auf deine konkrete Tätigkeit. Hast du zwei Jobs mit ganz unterschiedlichen Anforderungen, kannst du deshalb im einen arbeitsunfähig sein und im anderen nicht.

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Wann es gefährlich wird

Während einer Krankschreibung musst du alles unterlassen, was deine Genesung verzögert. Arbeitest du im Minijob, obwohl dich die Erkrankung auch dort belastet, verletzt du diese Pflicht. Hinzu kommt: Erfährt dein Hauptarbeitgeber davon, kann er an der Krankschreibung zweifeln und im Extremfall die Lohnfortzahlung infrage stellen. Typische Warnsignale sind ein Bandscheibenvorfall bei körperlicher Minijob-Arbeit oder eine Krankschreibung wegen Erschöpfung, während du im Minijob Extraschichten übernimmst.

So gehst du richtig vor

  1. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt ausdrücklich, ob die Tätigkeit im Minijob mit deiner Erkrankung vereinbar ist. Notiere dir die Antwort.
  2. Schick die Krankschreibung an beide Arbeitgeber, wenn du in beiden Jobs nicht arbeiten kannst.
  3. Arbeite im Minijob nicht mehr als sonst. Zusätzliche Schichten während der Krankschreibung wirken schnell unglaubwürdig.
  4. Halte dich an die Nebentätigkeitsklausel in deinem Hauptvertrag und zeige den Minijob an, falls das verlangt ist.
  5. Bleib bei Zweifeln zu Hause. Ein paar Tage Lohn im Minijob sind weniger wert als dein Hauptjob.

Lohn im Minijob, wenn du dort auch krank bist

Auch Minijobber haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: bis zu sechs Wochen, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen ununterbrochen besteht. Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Lohnfortzahlung bei Krankheit im Minijob. Dauert die Erkrankung länger, zahlt die Krankenkasse aus dem Hauptjob Krankengeld – welche Regeln dann für den Minijob gelten, erklärt der Artikel Minijob und Krankengeld.

Hinweis

Ob die Arbeit im Minijob während einer Krankschreibung zulässig ist, hängt immer vom Einzelfall ab – von deiner Erkrankung und von den beiden Tätigkeiten. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Streit mit dem Arbeitgeber helfen eine Gewerkschaft oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht weiter.

Quellen

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Häufige Fragen

Muss ich meinem Hauptarbeitgeber sagen, dass ich während der Krankschreibung im Minijob arbeite?

Ein Gesetz schreibt das nicht ausdrücklich vor. Viele Arbeitsverträge verlangen aber, dass du Nebentätigkeiten anzeigst. Wenn dein Hauptarbeitgeber vom Minijob ohnehin weiß und du ihm auf Nachfrage erklären kannst, warum dich die Erkrankung dort nicht einschränkt, bist du auf der sicheren Seite.

Kann mir im Hauptjob gekündigt werden, wenn ich krankgeschrieben im Minijob arbeite?

Ja, wenn die Arbeit im Minijob deine Genesung verzögert oder den Eindruck erweckt, dass du gar nicht arbeitsunfähig bist. Dann drohen eine Abmahnung und in schweren Fällen die Kündigung. Arbeitest du dagegen in einer Tätigkeit, die deine Erkrankung nachweislich nicht betrifft, ist das kein Kündigungsgrund.

Was gilt, wenn ich auch im Minijob nicht arbeiten kann?

Dann bist du in beiden Jobs arbeitsunfähig und darfst auch im Minijob nicht arbeiten. Schick die Krankschreibung an beide Arbeitgeber. Im Minijob bekommst du bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung, wenn das Arbeitsverhältnis schon mindestens vier Wochen besteht.

Ist ein Homeoffice-Minijob bei einer Krankschreibung eher erlaubt?

Oft ja, weil Schreibtischarbeit von zu Hause viele Erkrankungen nicht berührt – etwa eine Fußverletzung bei einem körperlichen Hauptjob. Entscheidend bleibt aber deine konkrete Erkrankung: Bei Erschöpfung, Migräne oder einer psychischen Belastung kann auch Bildschirmarbeit die Genesung bremsen.

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